Frühkindliche Reflexe sind derzeit in aller Munde. Oft wird dieser Begriff recht inflationär gebraucht für jedes Kind, das in irgendeiner Form eine Verhaltensstörung hat.

Ich möchte dir Reflexe präsentieren als unglaublich kraftvolle Unterstützer.

Reflexe unterstützen dein Kind in verschiedenen Phasen:

  • vorgeburtlich
  • während der Geburt
  • 1-1,5 Jahre nach der Geburt

Wenn sie dann nicht in Ruhestand gehen, d. h. nicht integriert sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten damit umzugehen.

 

Frühkindliche Unterstützung

Immer wieder blicke ich in verdutzte Augen, wenn ich Eltern sage, dass für die Entwicklung ihres Babys im ersten Lebensjahr eigentlich keine Förderung wie Physiotherapie oder Osteopathie nötig ist.

Alles was unsere kleinen Wunder brauchen: 

  • eine ungestörte Schwangerschaft
  • eine möglichst unbeeinflusste Geburt
  • ein gutes Ankommen in der neuen Umgebung (in den ersten Stunden nach der Geburt)
  • ein gutes Bonding mit der Mutter
  • eine liebevolle Begleitung

Die Entstehung von Reflexen während der Schwangerschaft

Bereits zu einem recht frühen Stadium reift im Mutterleib das zentrale Nervensystem heran. Dieses ist solange es in den ersten Monaten noch nicht bewusst angesteuert werden kann auf Reflexe angewiesen.

Reflexe sind mögliche automatisierte Verschaltungen, die Reiz und Antwort miteinander verkoppeln.

Beispiel 1: Der Galantreflex (während der Schwangerschaft)

Das Kind hat eine Seite über die es sich im Mutterleib über den Beckenbereich der Mutter nach unten bewegt und dann über diese Seite nach draußen schiebt.

Der Kontakt mit dem Becken der Mutter, sorgt dafür, dass das Kind einen Bogen spannt und dieser ermöglicht es ihm, nach draußen zu gelangen. 

Dieser sogenannte spinale Galantreflex, kann später noch bestehen und äußert sich, wenn man den Rücken des Säuglings seitlich bestreicht. Auf diesen Reiz folgt eine Beugung der Wirbelsäule zur Seites der Berührung hin. In der Regel ist dieser Reflex bist zum dritten Lebensmonat nachweisbar.  Besteht dieser längere Zeit noch, bedeutet das, jeder Kontakt mit der Haut z. B. Stuhllehne, Kleidung o. ä. für die Krümmung sorgt.

Beispiel 2: Der Suchreflex (nach der Geburt)

Es gibt einen Reiz auf der Haut rund um den Mund des Kindes, verzieht das Kind den Mund, dreht das Gesicht zu dieser Seite von der es den Reiz erfährt und öffnet den Mund. Die Berührung der Wange ist also das Signal, dass die Nahrungsquelle ganz in der Nähe ist.

Die Bedeutung von Reflexen für Säuglinge

Reflexe navigieren das Baby während der Geburt und während der ersten Lebensmonate.

Ein Großteil der Entwicklungsschritte des ersten Lebensjahres wird durch frühkindliche Reflexe gesteuert.

Diese Reflexe waren im Mutterleib bereits für die Entwicklung des Kindes notwendig.

Im Mutterleib ist das Kind ca. ab der 6. Schwangerschaftswoche verschiedenen Bewegungen des Uterus ausgesetzt. Auf die Reize hin entwickeln sich Reaktionen des Kindes.

 

Das Alte Gehirn als Auslöser der Reflexe

Das Gehirn eines Kindes ist klein und unterentwickelt, aber bereits in 3 Teile geteilt.

  1. Alter Anteil: (Reptiliengehirn) mit Hirnstamm und Kleinhirn: hier sitzen die Reflexe, z. B. auch der Atemreflex
  2. Zwischenhirn: (Säugetiergehirn) Limbisches System, Emotionen & Reaktionen (“Das was das Leben saftig und juicy macht.”)
  3. Verstand: Neokortex, das was das menschliche Gehirn ausmacht

Diese drei müssen im Einklang stehen. Das alte Gehirn ist für die Basis und den Ablauf der Körperfunktionen wie Atmung und Verdauung zuständig. Die anderen beiden Bereiche entwickeln sich im Laufe der Zeit. Die drei Gehirn-Teile bauen evolutionär aufeinander auf und beeinflussen sich gegenseitig.

Vom Hirnstamm gehen unbewusste Optionen (Reflexe) aus und im Laufe der Zeit haben wir darauf bewusste Handlungen aufgelagert.

Die Gehirnreifung zieht sich durch das gesamte erste Lebensjahr, in dem erst nach und nach das menschliche Gehirn ggü. Säugetieren- und Reptiliengehirn übernimmt.

 

Wichtige Reflexe deines Kindes

Such-Saug-Schluck-Reflex:

Ohne den Such-Saug-Schluck-Reflex würde das Kind verhungern, denn dieser sorgt dafür, dass das Neugeborene trinken kann. Der Säugling beginnt kräftig zu saugen, sobald etwas seine Lippen berührt. Durch das Schlucken gelangt die Milch in die Speiseröhre. Der Saugreflex wird nach und nach durch die Nuckelbewegungen abgelöst, die das Baby dann selbst steuern kann. Der Schluckreflex bleibt das Leben lang erhalten.

 

Mororeflex:

Der Moro-Reflex ist ein Umklammerungsreflex, der verhindern soll, dass das Neugeborene bei plötzlichen Lageveränderungen der Bezugsperson herunterfällt. Ausgelöst wird dieser durch ein kurzes Zurückfallenlassen des Köpfchens. Bei diesem komplexen Bewegungsprozess öffnet das Kind zunächste den Mund und bewegt seine Hände und Arme mit gespreizten Fingern nach außen. Dann schließt sich der Mund wieder, die Arme werden wieder und vor dem Körper zusammengeführt. 

 

Asymmetrisch tonischer Nackenreflex:

Der tonische Nackenreflex ist da, um die Kopfposition zu verändern. Er entsteht aber der 18. Schwangerschaftswoche und erreicht beim Geburtsvorgang seinen Höhepunkt, um das Baby in den Mutterleib reinzurollen und später in unter das Schambein in das Becken hineinzukugeln. Mögliche Folgen beim Bestehenbleiben dieses Reflexes können Reiseübelkeit oder eine nicht so gute Haltung sein.

 

Symmetrischer Tonischer Nackenreflex

Diesen Reflex gibt es auch umgekehrt, durch Beugung und anschließende Überstreckung des Kopfes während der Geburt. Folgen könnte der Zehenspitzengang als Gegenbewegung sein.

Der richtige Umgang mit Reflexen

Alle Reflexe dürfen da sein und müssen aber erst mal kein Problem sein.

Wenn du wahrnimmst, dass ein Reflex bei deinem Kind noch vorhanden ist, denke daran, dass es kein Weltuntergang ist. Wahrscheinlich haben viele Erwachsene das heutzutage sogar auch noch.

Reflexe sind eine Art Störfaktoren, die im System einen Kurzschluss auslösen. In einigen Fällen kann es hilfreich sein, diese aufzulösen und dem Kind dadurch mehr Auftriebskraft und eine bessere Potentialentfaltung zu ermöglichen.

Diese 3 Schritte helfen im Umgang mit Reflexen:

  1. Wahrnehmen, das ein Reflex da ist
  2. Räume schaffen, sodass der Reflex in Ruhestand gehen kann
  3. mögliche Ursache suchen, bis zur Quelle zurück, in welchem Moment der Reflex entstanden ist

 

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Was würde passieren, wenn
wir EINE Generation bewusster Eltern und Therapeuten hätten?