„Mama, Papa: Meine Fersen und mein Knie tun voll weh.“

Als Vater von sportbegeisterten Kindern und aus meiner täglichen osteopathischen Begleitung von Familien, kenne ich die Klagen von Kindern, die sich leistungsorientiert austoben. Sei es im Fußball, Gymnastik, Leichtathletik, Handball, Basketball, Badminton, Judo, Klettern, Bouldern und was es sonst noch Spannendes auf dem unendlich breiten Feld der Sportarten gibt. Fersen, Knie, Leiste – oder seltener auch der Rücken – sind Regionen, die bei den kleinen Sportlern oft betroffen sind.

Wie kannst du dein Kind als Elternteil unterstützen, den schmalen Seiltanz zwischen Freude am Sport und Leistungsdruck, zwischen Belastung und Gesundheit auszubalancieren?

Bei erwachsenen Profisportlern ist es mittlerweile gang und gäbe, dass Osteopath*innen bei den großen Wettkämpfen wie EM oder WM ein fester Teil des sporttherapeutischen Teams sind. Doch bei Kindern und Jugendlichen kommt das aus meiner Sicht noch viel zu selten vor.

Lass uns das ändern und in die Welt hinaustragen, wie Osteopathie auch heranwachsende Körper unterstützen kann. Und den Vergleich zur klassischen Physiotherapie ziehen. Lass uns eintauchen in das Universum der Sportosteopathie. Auf los gehts los.

Wann ist Sport leistungsorientiert?

Die Antwort: ab dem Moment, in dem bei Bewegung nicht alleine die Förderung und Stabilisierung von Gesundheit im Fokus steht. Sobald der Sport ein Fünkchen Wettbewerbscharakter bekommt, steigen die physischen Belastungen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn dein Kind zwei bis dreimal pro Woche fleißig im Sportverein trainiert und am Wochenende um den Sieg fightet. Beispielsweise auf dem Fußballplatz.

Neben der verstärkten Beanspruchung von Muskeln, Sehnen, Gelenken steigt der mentale Druck. Denn natürlich soll dein Kind Spaß und Herzensfreude am Sport haben. Aber zugleich die Weichen in der Schule für seinen weiteren Lebensweg gut stellen.

Zudem verdichten sich die Erfolgserwartungen – bewusst oder unbewusst: der Ehrgeiz des Kindes selbst, von der Mannschaft, vom Trainer oder der Trainerin, von uns Eltern an das Kind. Leistungserwartung kann sich in Spannungen im feinfühligen heranwachsenden Körper äußern. Und mit akuten und chronischen Beschwerden kleiner Sportfans kausal zusammenhängen.

Grund genug, um unseren Kindern mit einer möglichst ganzheitlichen Sicht bestmöglich zur Seite zu stehen.

Kinderosteopathie im Leistungssport: Gesamtblick statt punktuelle Betrachtung

Die Sportosteopathie macht sich auf die Suche nach Ressourcen, Spannungen und Blockaden im ganzen Körper. Denn der Hauptpunkt muss nicht direkt an der akuten Schmerzstelle sitzen.

Vergleichbar mit einer orthopädischen Untersuchung ist auch in der osteopathischen Behandlung der lokale Schmerz der erste Schritt. Wir erfühlen die für die kleinen Patienten unangenehme Stelle und diagnostizieren beispielsweise eine Entzündung des Kniegelenks.

Zudem ist immer im Hinterkopf: Was sind die generellen Belastungen des Körpers bei der ausgeübten Sportart? Wie wird trainiert? Sporttherapeut*innen sollten die Bewegungsmuster bis in die feinsten Nuancen kennen.

Orthopädie und Physiotherapie fokussieren sich auf diesen Akutpunkt.

Die Osteopathie zoomt im zweiten Schritt wieder heraus. Sie richtet ihren Blick auf das große Ganze.
Wo sind die blinden Flecken? Wo befinden sich die Ressourcen für Gesundheit? Wo hat der Körper die Chance, noch ein paar mehr PS unter dem Hubraum des Lebens locker zu machen?

Ganzheitliche Untersuchung

Als Osteopath betrachte ich bei der Untersuchung unter anderem:

  • die direkte muskuläre Kette
    Bei Knieschmerzen betrachte ich beispielsweise zusätzlich den Fuß, das Becken bis in den Brustkorb – und zwar in verschiedenen Muskelschichten. Von der Oberfläche bis in die Tiefenmuskulatur.
  • fasziale Züge
  • Durchblutung und Lymphe
    Wo könnte ein Engpass bei Zufluss und Abfluss sein? Warum wird das Gewebe, das Gelenk nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt?
  • Organe
    Funktioniert der Verdauungstrakt richtig? Gibt es Spannungen im Darm oder in der Magengegend?
  • Kiefergelenk
    Besonders bei Jugendlichen wichtig. Gibt es eine kieferorthopädische Versorgung, die sich auf die Statik auswirkt? Oder gar auf den Augenbereich, auf die Wahrnehmung?
  • Gehirn
    Wie gut funktionieren die Sinne, die Orientierung im Raum und die Koordination während der Bewegung?

Die Erkenntnisse gewinne ich mit dem Verstand und kopple sie mit der Information aus meinen Händen. Der osteopathische Ansatz ist umfangreich und umfassend. Er braucht Zeit.

Derzeit darf ich einen jungen Mann mit Knieschmerzen begleiten. Seit seiner Kindheit hat er Einschränkungen im Brustkorb, in den Atemwegen. Als Kleinkind litt er oft unter Bronchitis, die fast schon an Lungenentzündung grenzte. Jetzt in seiner intensiven Trainingsphase, spielte dieser Zusammenhang plötzlich eine Rolle. Faszinierend, oder?

Wenn der Hauptschmerzpunkt gefunden ist, heißt es: Fix it and leave it alone. Lass den heranwachsenden Körper sich selbst heilen. Dadurch findet er von allein nach und nach sein Gleichgewicht.

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