Komme einmal ganz hier an:

Nimm dir einen Moment für dich.

Spüre in deinen Körper hinein.

Wie fühlst du dich gerade? 

Bist du gerade angespannt? Oder entspannt? 

Wie ist deine Körperhaltung jetzt in diesem Augenblick?

Was macht es mit dir, wenn du dich groß und aufrecht hinsetzt und tief einatmest?

Merkst du, wie auch deine Laune und deine Körperenergie sich in dem Moment verändert, in dem du dich aufrichtest?

Das ist die Zauberformel, in der du in Zukunft auch deine Kinder beobachten darfst: Embodiment, die Verkörperung.

Was unsere Gefühle mit unserer Haltung zu tun haben

Als Osteopath arbeite ich sehr stark im Bereich Körper, Geist und Seele und betrachte den Mensch ganzheitlich, als vollkommenes Wesen.

Das Embodiment, die Verkörperung, liefert mir viel Bestätigung für die Theorien und Arbeitsgrundlagen in der Osteopathie, hinsichtlich dieser ganzheitlichen Betrachtung.

Ein Beispiel: Vielleicht kennst du das: Du hängst richtig in einem (negativen) Gefühl drin. Wenn du dich nicht gut fühlst hängt dabei die Wirbelsäule rund und auch Kopf und Schultern hängen nach vorne und du atmest schlecht.

Es ist aber auch möglich, dass du dir über längere Zeit eine schlechte Körperhaltung antrainiert hast, z. B. da du dich regelmäßig nicht gut gefühlt hast und hängen lassen. Oder aber du wurdest beispielsweise durch einen ungünstigen Arbeitsplatz oder einschränkende Umstände dazu gezwungen.

Durch eine schlechte Haltung wird die damit verbundene Laune auch in Zukunft häufiger mit reproduziert, weil dein Körper und dein Geist immer miteinander verbunden sind.

All das was für uns gilt, gilt natürlich auch für unsere Kinder. Nicht selten handeln Kinder so, wie es auch der Körper ausdrückt.

Was bedeutet Embodiment?

Embodiment ist die Verkörperung. So wie wir uns fühlen, so bewegen wir uns und umgekehrt.

Der Fachbegriff Embodiment ist eine Möglichkeit auszudrücken, wie Körper und Gedanken und Gefühle sich wechselseitig beeinflussen.

Um Embodiment genauer zu verstehen, steigen wir einmal in das Nervensystem und das noch reifende Nervensystem unserer Kinder ein.

Wie unser Gehirn unsere Haltung beeinflusst

Das Gehirn ist als Teil des zentralen Nervensystems dafür gedacht Reize aus der Umgebung zu verarbeiten. Es besteht aus vielzähligen Nervenzellen, die über Nervenbahnen mit dem Organismus verbunden sind und ihn steuern.

Die 3 Bereiche des Gehirns, die unsere Haltung steuern

1.Der Hirnstamm

Der entwicklungsgeschichtlich älteste Teil des Gehirns befindet sich im hinteren Bereich. Dieser sogenannte Hirnstamm geht an der Schädelbasis über die Medulla oblongata (das verlängerte Mark) in das Rückenmark über.

Der Hirnstamm bildet die Schnittstelle zwischen dem übrigen Gehirn und dem Rückenmark. Er leitet aus dem Körper aufsteigende und in den Körper absteigende Informationen leitet weiter. Dieser Bereich ist für die essentiellen Lebensfunktionen zuständig wie Atmung, Kreislauf, aber auch Stressreaktionen. Hier entstehen wichtige Reflexe wie den Lidschluss-, Schluck- und Husten-Reflex verantwortlich. 

2.Das Zwischenhirn:

Die nächste Stufe, das Zwischenhirn, liegt zwischen dem Großhirn und dem Mittelhirn. Dieser Bereich ist sozusagen das “Tor zum Bewusstsein”.

Die Vorgänge hier hängen viel mit dem limbischen System zusammen. Hier entstehen Gefühle wie Freude aber auch Angst und Schmerz und wir treffen die Entscheidung, wie diese Emotionen unsere Haltung beeinflussen (und umgekehrt).

3.Das Großhirn:

Das Großhirn bildet, wie der Name schon sagt, den größten Teil des Gehirns und ist die oberste Instanz des Zentralen Nervensystems. Diese Kommunikationszentrale verbindet all unsere Organe, Organsysteme und Gewebe miteinander und stimmt sie ab. Mit diesem Bereich versuchen wir zu denken. Hier verarbeiten und beurteilen wir die Reize der Umwelt und aus dem Inneren unseres Organismus.  Je nach Art des Reizes erfolgt dann eine Antwort. Hier finden neben der Wahrnehmung und Reaktion auf Reize auch das strategisches Nachdenken, Zweifeln, Denken und Handeln allgemein statt.

Diese 3 Bereiche des Gehirns steuern unsere Emotionen aber auch unsere Haltung. Zusätzlich sind diese Bereiche des Gehirns und des vegetativen Nervensystems miteinander verknüpft. 

Das Zusammenfließen von Informationen aus dem Körper in das Nervensystem, gibt dem Körper Sicherheit. Infos vom Körper fließen in das Gehirn, das Gehirn kann reagieren und die Körperhaltung anpassen.

Die Verschaltungen des Gehirns sind so angelegt, dass sie von unten nach oben die verschiedenen Bereiche des Gehirns durchlaufen:

  • Kleinhirn: Gleichgewicht, Koordination Haltung
  • Zwischenhirn: limbisches System, Gefühle 
  • Großhirn: Reaktion / Handeln

Wir haben gelernt als Erwachsene vor allem mit dem Großhirn unsere Probleme und auch die unseres Kindes anzugehen. So sehen wir die Körperhaltung unseres Kindes eher als mechanisches Thema.

Wir untersuchen die Wirbelsäule, schauen nach Blockaden, einem Hohlkreuz, Rundrücken, oder oder.

Aber ist das wirklich das Problem?

Oder ist das nur die Ebene des Gehirns über die wir versuchen das Leben zu begreifen?

Während bei Kindern die anderen Bereiche außer das Großhirn noch viel ausgeprägter und ungefilterter sind, verlassen wir uns auf das Denken im Großhirn. Würde es uns nicht auch viel besser tun und kämen wir nicht vielleicht sogar leichter an Informationen, würden wir dieses Großhirn etwas bei Seite stellen?.

Wie Verkörperung im Gehirn stattfindet

Stell dir vor, du stellst dich hin und machst eine Superman-Pose.

Welche Emotionen steigen hier in deinem Körper auf, während du diese Haltung einnimmst?

Deine Körperhaltung steigt zunächst in die alten Teile des Gehirns auf und signalisiert dort: Kraft und Stärke.

Dann kommt das Zwischenhirn und das limbischen System: welche Gefühle kommen hoch?

Und dann erst kommt der Verstand und deutet das Ganze womöglich nochmal anders um. Dann geben wir dem ganzen eine Bedeutung. Das Verkörpern aber findet schon vorher statt!

Diesen Ablauf können wir ganz besonders in Situationen, in denen die Grundanteile des Gehirns reagieren müssen, beobachten. Das sind meist neue, für uns unbekannte Situationen, in denen es für uns um Anpassen, Angreifen oder Fliehen geht. Das könnte z. B. bei deinem Kind der Besuch beim Arzt, der Übertritt in die Schule oder neuer Lehrer sein.

Hier kannst du achtsam werden:

  1. Wie zeigt sich eine neue Situation in deinem Körper und im Körper deines Kindes? 
  2. Beobachte dein Kind, wenn es bestimmte Gefühle hat, z.B. Trauer, Angst, Enttäuschung, Wut -> Wie zeigt der Körper das, bei dir und bei deinem Kind? Wo in deinem Körper drücken sich Gefühle am stärksten aus?

Wie du bewusst deine Haltung und die Körperhaltung deines Kindes verbessern kannst

Wir können unsere Körper aktiv benutzen in Situationen in denen wir relativ neutral gestimmt und ausgerichtet sind. 

Hier können wir unsere Kinder einladen den Körper wieder bewusster zu spüren. Das geht zum Beispiel über eine tiefe Atmung.

In Situationen, die (noch) neutral sind, können wir aktiv in Richtung Verkörperung der Qualitäten, die wir mehr im Leben haben möchten, gehen. In Verbundenheit, Sicherheit, Freude.

Übung: Tauche in das Erblühen deines Kindes ein

Ein Beispiel wie Embodiment in den Alltag aufgenommen werden kann.:

Vielleicht kennst du das Bild der Lotusblüte aus dem Yoga. Lass uns diese Geste mit einer positiven Emotion für dich und dein Kind verbinden.

Wenn wir die Lotusblüte mit den Händen formen kann das als Zeichen für Offenheit, Fülle und das Leben begrüßen gesehen werden.

  1. Stelle oder setze dich aufrecht hin 
  2. Atme tief in Bauch ein
  3. Bringe deine Handflächen vor der Brust zusammen. Du brauchst dies nicht als betende Haltung ansehen, sondern als Haltung von Demut und Dankbarkeit für dich und die Kostbarkeit deines Lebens.
  4. Presse die Fingerspitzen der Daumen und kleinen Finger leicht zusammen.
  5. Öffne die restlichen Finger und lass damit eine Blüte entstehen. Erkenne dies an, als die Blüte, die du und dein Kind sind.
  6. Mit dem nächsten Einatmen, lass diese Lotusblüte, als würde sie mit Auftriebskraft im Wasser aufsteigen, immer weiter an die Oberfläche dem Licht entgegen, nach oben treiben. Bring dafür deine Arme nach oben bis sie ganz ausgestreckt sind.

Verbinde diese Geste gerne mit einem innerlichen Satz, der dich und dein Kind am Morgen für den Tag stärkt oder dankbar macht für den vergangenen Tag, wenn ihr die Übung am Abend praktiziert.

Verknüpfe diese Bewegung mit einer hohen Emotion und einem Gefühl mit hoher Frequenz z. B. Dankbarkeit, Freude, Hingabe, Verbindung, Glück, Liebe.

Die Kombination aus Bauchatmung und symbolische Geste für das Öffnen des Lebens ist sehr kraftvoll und positiv für die Haltung und bietet dir und deinem Kind einen Anker für herausfordernde Situationen im Alltag.

Ich werde geöffnet.

Ich bekomme Auftrieb.

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Dein Stefan Rieth

Msc. Ost. D.O.