Der Frühling ist da. Die Knospen sprießen. Die Natur fängt wieder zu grünen und zu blühen an. Eigentlich eine der schönsten Jahreszeiten: Neuanfang. Neues Leben. Erblühen. Entfalten. Wachsen.

Wäre da nicht … dieser verflixte Heuschnupfen! Haben du und/oder dein Kind in der Frühlingszeit auch mit schniefenden Nasen und tränenden, juckenden Augen zu kämpfen? Das trübt die Freude auf die wohlig warmen Temperaturen und die linde Sonne, oder?

Lass uns gemeinsam ergründen, was bei Allergien im Körper passiert.

Lass uns, ganz nach den Basic-Prinzipien der Osteopathie, bis ans Ende denken. Allergien sind das Symptom, das sich an der Oberfläche zeigt. Denken wir tiefer. Wo müssen wir eigentlich ansetzen?

Allergien und was im Körper passiert

Bei einer allergischen Reaktion sind defekte Schleimhäute oft die Ursache.

Schleimhäute bilden einen Schutzwall. Sie trennen das Innen vom Außen. An ihnen separiert der Körper, was er reinlassen möchte – und was besser draußen bleibt.

Du denkst bei Schleimhäuten erst an Nase, Mund, Rachen? Richtig, aber nur ein kleiner Teil davon. Die Eintrittspforten, die du spüren und sehen kannst. Die Schleimhaut deines Dünndarms füllt beispielsweise eine Fläche von über zwei Fußballfeldern. Krass, oder?

Auf den Schleimhäuten selbst sitzen Immunglobuline, wie Antikörper auch genannt werden. Quasi die kleinen bewaffneten Krieger, die den körperlichen Schutzwall mit aller Macht gegen unerwünschte Eindringlinge verteidigen

Doch Schleimhäute können belastet werden: beispielsweise durch Umweltgifte und allerhand anderer externer Interventionen. Dann glückt es der ersten Barriere nicht mehr, Fremdlinge erfolgreich abzuwehren.

Die Folge davon: Der Körper bildet stärkere Antikörper und Botenstoffe aus. Und diese können gegebenenfalls zu Allergien führen.

Histamin ist einer dieser Botenstoffe. Naturgegeben kommt Histamin im Körper fast ubiquitär (allumfassend) vor, beispielsweise in Blutgefäßen, Bronchien oder im zentralen Nervensystem.

Eine intakte Dünndarm-Schleimhaut baut das Histamin ruck zuck wieder ab. Das ist nicht der Fall, wenn sie nicht richtig funktioniert.

Als Folge einer dysfunktionalen Dünndarm-Schleimhaut und dem fehlenden Abbau von Histamin, können Allergien entstehen. Und zwar gegen Stoffe, die in ihrer molekularen Struktur dem Aufbau von Histamin ähneln. Der Körper verliert die Fähigkeit zu differenzieren. Er kontert diese Stoffe mit einer allergischen Abwehrreaktion.

Schulmedizinische Ansätze – eine wirkliche Lösung gegen Allergien?

Vielleicht hast du es schon selbst erlebt: Dein Hausarzt verschreibt dir ein Anti-Histaminikum. Das Medikament unterdrückt die Ausschüttung von Histamin im Körper. Der Nachteil: Es macht müde.

Ein zweiter schulmedizinischer Ansatz, die sogenannte Desensibilisierung, gewöhnt den Körper daran, eine dauerhafte Toleranz zu entwickeln. Das kann mitunter einige Zeit dauern.

Ist es wirklich die ultimative Lösung, in das natürliche physiologische System so stark einzugreifen?

So hilft Osteopathie bei Allergien

Was wäre, wenn es einen Ansatz gäbe, der den Körper dabei unterstützt, sich in kleinen Schritten selbst zu heilen?

Die Osteopathie macht sich auf eine Forschungsreise nach Ursachen. Sie packt das Problem an der Wurzel, um Blockaden zu lösen und den Körper in seinem natürlichen Prozess zu unterstützen. Lösung und Teamwork statt Bekämpfung und Unterdrückung.

Bei Allergien widme ich mich intensiv der Schleimhaut des Dünndarms. Denn dort sitzt der zentrale Knackpunkt für die allergische Reaktion.

Um die Dünndarm-Schleimhaut zu triggern und deren Funktionalität zu fördern, durchlaufe ich folgende osteopathische Schritte:

Mechanisch mobilisieren

Eigentlich sind der Dünndarm und dessen Schleimhaut recht gut beweglich. Durch Vernarbung, Verklebungen, durch schlechte Atmung oder andere körperliche Ursachen kann es sein, dass er eingeklemmt ist und festhängt. Ein möglicher Grund für eine Dysfunktionalität.

Durchblutung verbessern

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Durchblutung des umliegenden Gewebes zu optimieren. Beispielsweise im Zwerchfell und in den Gefäßstrukturen, die aus der großen Bauch-Aorta abzweigen und den Dünndarm mit Blut versorgen.

Nervenstrukturen lösen

Ich bearbeite die präaortikalen Ganglien als Schaltzentralen des vegetativen sympathischen Nervensystems. Zudem aktiviere ich den Parasympathikus über den Vagus-Nerv, der direkt am Hinterhaupt ansetzt.

Zu- und Abfluss über das lymphathische System

Das lymphatische System soll Abfallstoffe abtransportieren. Wenn die Eliminationsorgane, wie Leber oder Nieren, überlastet sind, findet der Körper andere Wege zur Ausleitung. Zum Beispiel über äußere Schleimhäute (Allergien!) oder die Schleimhäute der Lunge (Asthma, Bronchitis!).

Neuro-vegetativer Ausgleich

Last, but not least schaffe ich Ausgleich auf neuro-vegetativer Ebene: vom Kleinen ins Große, vom lokalen ins globale autonome Nervensystem.

Die Funktionalität der Dünndarm-Schleimhäute osteopathisch wiederherzustellen, kann der Gamechanger gegen Allergien sein. Damit du deine Nase unbeschwert in die Sonne halten kannst und nies-frei die duftende Frühlingsluft schnuppern.

Was es braucht? Zeit und Geduld.

Gib dem Körper Zeit, sich selbst zu heilen

Ja, Medikamente wirken schneller. Ja, das ist der kurzfristige Weg. Aber – ist es der Richtige?

Osteopathie (re)aktiviert die Selbstheilungskräfte des Körpers. Physiologisch haben wir das naturgeschenkte Wissen, um Themen, wie Heuschnupfen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, nach und nach selbst zu heilen. Ein mühsamer, zeitintensiver Weg – der sich lohnt. Für echte Gesundheit. Für wahres Wohlbefinden. Für dich und für Kinder.
Ich wünsche dir Zeit und Geduld, um den Körper als Zen-Meister anzunehmen. Ich wünsche dir, dass du auf ihn vertraust und dich darauf einlässt. Und ich wünsche dir, dass du schließlich voller Staunen bist, wenn du merkst, dass dein Körper Schritt für Schritt seinen eigenen Weg in Richtung Gesundheit einschlägt. Wie von magischer Zauberhand.