Osteopathie kann Fehlhaltungen frühzeitig erkennen und behandeln

Die Geburt beansprucht Kind und Mutter nahezu bis zur äußersten Grenze.

Bei dem Neugeborenen kann es daher zu Störungen im kindlichen Schädel und im Bindegewebe kommen, die das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen.

Sollte dies nicht frühzeitig erkannt und behandelt werden, kann es dadurch auch zu Entwicklungsverzögerungen, chronischen Atemwegserkrankungen, Kopfspannungen bis hin zu Kopfschmerzen, KISS-Sydrom, Kiefergelenksproblemen, Sehstörungen, Hyperaktivität oder Haltungsfehlern kommen.

Wie der Zweig gebogen, so wächst der Baum.

– Dr. William Garner Sutherland

In diesem Zitat von einem der Gründerväter der Osteopathie steckt daher viel Wahrheit. Viele der Beschwerden selbst im Erwachsenenalter haben ihren Ursprung in der Geburt.

 

Was die Körperhaltung über einen Menschen erzählt

Osteopathen lassen sich durch die Körperhaltung die Geschichte des Lebens erzählen.

Durch Gewebespannungen in verschiedenen Bereichen, die der Patient oft gar nicht spürt, kann ein Osteopath häufig glasklar erkennen, worauf dies zurückzuführen ist.

Hier ein paar häufige Beispiele aus der Praxis:

Migräne seitlich der Augen im Erwachsenenalter, kann durch den Einsatz der Zange bei der Geburt hervorgerufen werden. Die Zange wurde nämlich genau neben den Augen angesetzt.

Beschwerden im unterer Rücken können auf einen stärkerer Sturz auf das Steißbein im Kindheitsalter zurückzuführen sein z.B. beim Schlittschuhlaufen, Inlineskaten, Spielen,… Dieser Sturz zog dann an den Rückenmarkshäuten den Meningen während dem Wachstum und chronische, bandförmige um den unteren Rücken laufende Beschwerden haben sich entwickelt.

Auch wenn wir uns nicht an einen Sturz oder ein Ereignis erinnern können, kann dies trotzdem langfristige Auswirkungen auf unsere Entwicklung und unseren Körper haben.

 

Behandlung von Fehlhaltungen durch Osteopathie

Bedeutet das, dass wir dazu verdammt sind schief zu werden? 

Wenn selbst vermeintlich kleine Stürze unseren Körper so beeinflussen können, kommt natürlich die Frage auf, ob man dies lange Zeit danach noch gerade rücken kann.

Ja, man kann! Der Grundgedanke der Osteopathie macht hier Mut:

Jeder Körper hat das Bestreben wieder in eine ausgeglichene, entspannte, mittige Position zu finden.

Wenn beispielsweise etwas im Bereich der Augen ins Ungleichgewicht gekommen ist und die Augen nicht horizontal nach vorne geradeaus schauen, dann beginnt der Körper das über den restlichen Körper auszugleichen.

Wenn die Körperhaltung des Kindes nicht stimmt

Spannungen, die bereits seit der Geburt oder sogar noch länger im Körper unserer Kleinen vorkommen, werden oft erst sichtbar wenn Kinder aufstehen. Dann kommt es zu Asymmetrie.

Doch die eigentliche Ursache beginnt in einem viel früheren Stadium:

1.unaufgelöste Positionen aus dem Mutterleib

Die Position im Mutterleib spielt eine große Rolle dafür, wie sich das Kind, wenn es auf die Welt kommt entfalten kann.

Deshalb kann es hilfreich sein, bereits während der Schwangerschaft Unterstützung in der Osteopathie zu suchen, um das Kind bestmöglich im Bauch der Mutter auszurichten, sollte es dies nicht mit eigenen Kräften können.

2.unphysiologisch starke Spannungen und Druck im Geburtsverlauf 

Sowohl während des Kaiserschnitts als auch bei einem natürlichen Geburtsprozess ist der Körper des Babys großen Spannungen ausgesetzt.

Bei einer Spontanentbindung wird das Kind zunächst durch die Wehentätigkeiten komprimiert und beim Rauskommen ist es als würde ein Unterdruck entweichen und das Kind entfaltet sich innerhalb der ersten Minuten durch das tiefe Atmen, Schreien und später das Saugen an der Brust.

Beim Kaiserschnitt ist die Entfaltung oft umgekehrt. Kinder sind oft in einer schläfrigen Position, wenn der Eingriff beginnt. Sie werden beim Schlaf gestört. Wenn sie herauskommen und dann zeigt sich oft ein gegenteiliges Verhalten zur oben beschriebenen Entfaltung: Kinder ziehen sich erst mal zusammen. Dieser “Rebound-Effekt” wird beim Kaiserschnitt häufig beobachtet. Die Spannungen treten unmittelbar nach dem Eingriff auf und das Kind zieht sich zusammen. 

3.Störungen während der Ankunft

Für unsere Kleinen ist es eine unvorstellbare Leistung und Anstrengung aus dem dunklen, ruhigen, beschützten Raum im Bauch der Mutter hinaus zu kommen in die helle, laute Welt. Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Kindern genügend Zeit bei der Ankuft geben und sie nicht bei den ersten Atemzügen stören. Auch das Auspulsieren lassen der Nabelschnur, bis das Kind sich entfaltet hat ist hier ein wichtiger Prozess.

Der Grundton für die Haltung eines Kindes wird also ganz oft im Bereich der pränatalen Erfahrung, der Erfahrung rund um die Geburt und der ersten 5-7 Tage nach der Geburt gesetzt.

Das ist die Zeit, die das Kind sich selbst nimmt, um all die Positionen wieder aufzulösen. Der Körper des Kindes hat immer die Bestrebung Fehlpositionen wieder aufzulösen.

Als Osteopathen dürfen wir nachschauen, ob das Kind genug Ressourcen hat, das selbstständig auszugleichen.Osteopathen lösen quasi als 2. Hebamme mögliche zurückgebliebene Spannungen in verschiedenen Bereichen wieder auf.

Häufige Konsultationsgründe in der Kinderosteopathie im Zusammenhang mit der Haltung

  • Hypertonus und Überstreckung der Halswirbelsäule
  • Schiefhals
  • Vorzugslagen, Rotationsdefizite
  • Plagiocephalien, knöcherne Deformierungen des Schädels 
  • KISS-Syndrom
  • Asymmetrien

Dabei sucht der Osteopath nicht nach Blockaden, sondern schaut, wie man das Kind unterstützen kann in all den Möglichkeiten des Ausgleichs des Körpers, die das Kind sowieso schon hat. Die sanfte osteopathische Behandlung kann körperliche Spannungen ausgleichen und die Symmetrie wieder herstellen. Der Kinder-Osteopath setzt also einen Impuls für die Selbstregulierung des Organismus des Babys oder Kleinkinds.

Die Behandlung im Säuglings- und Kindesalter hat eine enorme präventive Funktion, da diese Zeit besonderen Einfluss auf die Entwicklung nimmt.

Die Regulation und Optimierung der anatomischen Rahmenbedingungen hilft, das Potential des Kindes vollständig zu entfalten, ohne Beschwerden mit in seine Zukunft zu nehmen.

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Dein Stefan Rieth

Msc. Ost. D.O.